Wie mir eine vollwertige vegane Ernährung bei emotionalem Essen geholfen hat

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Der Ausstieg aus emotionalem Essen ist ein Prozess der Eigenverantwortung, der Selbstbeobachtung und der Achtsamkeit. Es geht dabei darum, seine eigenen Muster, Glaubenssätze und Bedürfnisse zu erkennen und das Leben schrittweise in einen ganz achtsamen und behutsamen Umgang mit sich selbst zu lenken.

Dies geht nicht über Nacht und auch nicht mit einer Wunderpille, aber es gibt viele Faktoren, die mit hineinspielen und eine ausgewogene und „cleane“ Ernährung ist ein ganz wichtiger Faktor auf dem Weg zum freien Essen. Ich möchte hier nun nicht den mahnenden Zeigefinger herausholen und euch zum Veganismus bekehren, sondern freue mich, wenn der kleine Beitrag euren Horizont erweitert und euch insgesamt inspiriert, weniger verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren.
Für mich ist der Umstieg auf die vegane Ernährung aber ein absoluter Gamechanger und zwar auch auf der emotionalen Seite.

 

Warum brauchst du ein „tiefes Warum“ und was ist das eigentlich?

Man liest immer mal wieder, dass ein starkes Warum dabei hilft, seine Ziele besser zu erreichen. Und es macht einen großen Unterschied, ob man abnehmen „muss“ – weil z.B. der Arzt gesagt hat, dass man ein paar Kilogramm verlieren soll, oder ob man sich selbst aus vollem Herzen dazu entscheidet, etwas zu ändern. Immer wenn man etwas „muss“, ist man emotional schon gleich im Mangelzustand. Alles dreht sich nur um Verbote, Verzicht und Disziplin. Damit wird Abnehmen und auch das Überwinden von emotionalem Essen zu einer riesigen, kaum zu bewältigen Aufgabe. (Dazu kommen dann noch die unterbewussten Muster, die uns dann stark triggern – Dazu mehr hier und hier )

 

 

In demMoment, in dem Du Dich frei für etwas entscheidest, aus vollem Herzen, dann ist Dein innerlicher Grund so stark, dass kein Mangel-Gefühl entsteht. Als ich mich entschieden habe, keine Tiere mehr essen zu wollen, war das Gefühl in mir so stark, dass es stärker war, als das Gefühl auf etwas zu verzichten. Ich VERZICHTE NICHT, ich habe mich ENTSCHIEDEN, DINGE WEGZULASSEN. Das ist ganz wichtig. Und das funktioniert für alles. Auch für Zucker, Süßigkeiten, Brot oder Alkohol.

Wenn Dein innerer Grund groß genug ist, geht alles. Und ein Grund kann auch sein: Besseres Wohlbefinden, keine Schmerzen, mehr Geld im Portemonnaie. DEIN ganz eigener Grund.
Und auch, wenn für viele Menschen beim Gedanken an eine vegane Ernährung oder an „Clean Eating“ (Ich umschreibe das einfach mal so, ich meine damit eine achtsame, vollwertige Ernährung mit jeglichen unverarbeiteten Lebensmitteln) eine gewisse innere Panik ausbricht, weil sie dieses oder jenes nicht mehr essen „dürfen“ ist auch hier für mich einfach wichtig, dass es keine Verbote gibt. Für mich ist es eine Ernährung voller Fülle, Aromen und Nährstoffe. Und wenn ich Lust auf eine Fertigpizza hätte, würde ich sie essen. Da ich aber inzwischen ein gutes Gefühl dafür habe, wie schlecht mir diese meist im Magen liegt, ist es für mich kein Verzicht, sie wegzulassen. Mein Körper sendet mir halt sehr deutliche Signale, was er mag und was nicht.
Wenn man die „Sucht“ nach gewissen Lebensmitteln einmal überwunden hat, ist es so viel einfacher.

 

Warum stark verarbeitete Lebensmittel süchtig machen

Insbesondere Lebensmittel aus viel Weißmehl, Fett und Zucker, aber auch verschiedene Chips machen nachweislich körperlich und emotional abhängig. Das ist dieses Gefühl, wenn man einfach nicht aufhören kann sie zu essen.
Studien der University of Michigan zeigen, dass diese Lebensmittel den gleichen Bereich für das Belohnungssystem im Gehirn stimulieren wie Drogen. Deswegen ist es für manche Nahrungsmittel-Süchtige so schwer zu erkennen ob sie gerade im „Sucht-Modus“ sind oder ob sie echten körperlichen Hunger verspüren. Pizza z.b. aus der Kombination von Weißmehl, Fett und Salz steht auf der Liste der süchtig machenden Lebensmittel ganz oben. Wenn dann auch noch Zucker oder Glutamat enthalten ist, verliert der Körper die Kontrolle. Zucker sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel unkontrolliert in die Höhe schießt, Glutamat, Salz und Aromen sorgen dafür, dass man immer weiter Appetit hat und nicht aufhören kann zu essen. Im Prinzip werden wir von der Lebensmittelindustrie bewusst manipuliert, damit wir immer weiter unser Geld für hochindustriell verarbeitete Lebensmittel ausgeben.

Wie erkenne ich die stark verarbeiteten Lebensmittel?

Ganz einfach: Mit einem Blick auf die Zutatenliste. Eine Freundin sagte mir mal, alles was mehr als 5 Zutaten in der Liste hat, ist Giftmüll. 😉 So ganz verkehrt ist das nicht. Ein gutes Brot besteht aus Mehl, Wasser und Salz und einer langen Teigführung. Um ein Diskounterbrot herzustellen werden meist 10-15 Zusatzstoffe benötigt. Das Brot ist nicht in der Backstube entstanden, sondern im Chemiebaukasten. Entscheide selbst, ob das deinen Körper gut nährt.

Warum Käse süchtig macht

In Milch sind (wie in menschlicher Muttermilch auch) verschiedene Stoffe und Hormone enthalten, die die Kälbchen dazu animieren sollen, viel Muttermilch zu trinken, damit sie schnell groß und kräftig werden und zu gesunden Kühen heran reifen. Das hat die Natur so gewollt, damit die Spezies überlebt. In der Milch ist unter anderem der Stoff Casomorphin enthalten. Dieser gehört zu der Klassifizierung der Opiate (wie z.b. Morphium oder Heroin) und macht nachweislich süchtig. In einem Glas Milch sind die Auswirkungen nicht ganz so groß, in Käse jedoch, für dessen Herstellung man die bis zu 13 Fache Menge Milch pro KG benötigt, ist das Casomorphin dadurch stark konzentriert enthalten. Auch wenn es keine Ausfallerscheinungen wie bei einer Drogensucht gibt, sorgt aber genau dieser Stoff unter anderem für das wohlige Gefühl und das ständige Verlangen nach Käse. Es dockt eben an den gleichen Rezeptoren im Gehirn an. Deswegen ist für viele Menschen der Verzicht auf Käse eine sehr große Hürde. Selbst viele Menschen die gern vegan essen würden, bleiben wegen der Käsesucht vegetarisch. Hat man diesen Kreislauf jedoch einmal durchbrochen, verlangt der Körper wie bei jeder Sucht nach einiger Zeit nicht mehr danach und man ist davon frei.

Womit will ich mich und meinen Körper nähren? Was tut mir wirklich gut?

Seitdem ich auf eine vollwertig vegane Ernährung umgestiegen bin, habe ich keinen Mangel mehr. Keinen emotionalen Mangel, aber durch möglichst hochwertige LEBENS-Mittel auch keinen Physischen Mangel. Durch viele unterschiedliche Diäten war mein ganzer Kopf voller Verbote. Ich habe mich nicht getraut, mehr als 1200 Kalorien zu essen, habe das Gefühl gehabt, immer zu verzichten und habe viele fettreduzierte Produkte gegessen, aber erfüllt hat es mich nicht. Ich hatte ständig Heißhunger und spätestens Abends ist das Stimmungslevel so weit gekippt, dass ich doch immer wieder angefangen habe, alles Mögliche in mich hineinzustopfen.

Frische unverarbeitete Lebensmittel

Ich habe dann überlegt, was meinen Körper wirklich NÄHRT: Was versorgt mich optimal? Ich habe mich mit Lebensmitteln und Nährstoffen auseinander gesetzt, habe in mich hinein gespürt, was ich wirklich brauche und habe angefangen, meinen Körper so gut wie möglich zu versorgen. Ich esse sehr viele frische Lebensmittel, viel Gemüse, kaum Zucker und nur noch mein selbst gebackenes Brot. Ich liebe es auch einfach, mich mit frischen Lebensmitteln auseinander zu setzen, sie miteinander zu kombinieren und die feinen Aromen zu geniessen.

Das Schöne ist: Unverarbeitete Lebensmittel haben vieeeeel weniger Kalorien. Ich habe ja eine Zeitlang Weightwatchers gemacht und wenn ich viel frisches Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte esse, kann ich quasi den ganzen Tag für 0 Punkte essen (Je nachdem in welchem „Plan“ du bist… Hähnchen und Pute unverarbeitet gehören übrigens auch dazu). Diese Eselsbrücke hilft mir heute noch. Frische Lebensmittel tun dem Körper gut. Sie machen satt und nähren mich optimal. Ich esse auch bis ich wirklich satt bin. Ich kann so viel Obst und Gemüse essen, wie ich möchte und habe ich Hunger, nehme ich nicht das obligatorische Glas Wasser um den Magen zu füllen, sondern ich esse. (Wasser trinke ich aber auch so ganz viel). Diese Ernährungsform ist für mich pure Fülle. Und allein dadurch, dass ich immer essen darf wann ich will, hört auch das emotionale Mangelgefühl auf. Denn das worauf Du Deine Energie lenkst, wird mächtig. Und wenn Du Deine ganze Kraft aufwenden musst, weil Du „Mangel“ hast, hast Du keine Energie mehr für den Rest. In diesem Falle für die Disziplin auf alles zu „verzichten“.

Die richtigen Nährstoffe und eine ausgewogene Ernährung

Komplexe Kohlenhydrate

Wenn ich meinem Körper die Nährstoffe zur Verfügung stelle, die er braucht, wenn ich ihm langkettige (oder auch komplexe) Kohlenhydrate aus Haferflocken, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Nüssen, Hülsenfrüchten und Gemüse zur Verfügung stelle, bleibt mein Blutzuckerspiegel konstant. Ich bin lange satt und habe keine Heißhungerattacken.

Kurzkettige Kohlenhydrate

Die „schlechten“, kurzkettigen Kohlehydrate stressen dafür das System. Der schnell verfügbare Zucker findet sich vor allem in Backwaren aus hellem Weißmehl, weißen Nudeln, gezuckerten Müslis, Frühstückscerealien, Süßigkeiten… (überall wo auch viel weißer Zucker enthalten ist). Die Energie aus den Speisen ist schnell im Körper verbrannt, der Insulinspiegel schießt einmal hoch und stürzt dann wieder ab und schon kommt eine Heißhungerattacke nach der nächsten.

Dabei stellt besonders der isolierte Zucker eine Herausforderung dar. Dieser besteht aus purer Glucose, die künstlich aus Fructose, Laktose oder Maltose herausgelöst wird und als Sirup den Industriell verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt wird. Ist billiger und viel leichter zu verarbeiten. Dieser findet sich nicht nur in Süßigkeiten oder fertigen Puddings sondern auch in Softdrinks.

Jedoch fehlen ihm die vielen wichtigen Eigenschaften und Begleitstoffe und Dein Körper kann ihn nicht richtig verwerten. Er lässt den Blutzuckerspiegel sofort hochschießen und setzt den enthaltenen Zucker quasi direkt in Fett um.
Er ist leicht zu verwechseln mit der natürlich in Früchten vorkommenden Fruktose. Diese ist aber ganz natürlich und schadet einem gesunden Menschen nicht und macht auch nicht dick, wie es oft behauptet wird. Da er immer in Begleitung der benötigten Ballaststoffe verzehrt wird, die der Körper braucht.

(Daher: echte Fruktose IN Obst = gut / Fructose-Sirup ist künstlich = schlecht)

Ballaststoffe

Ebenso ist es unerlässlich, Ballaststoffreiche Nahrung zu sich zu nehmen. Diese sind ebenfalls vor allem in Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthaltenund der Körper kanns sie schlecht bis gar nicht verdauen. Dadurch halten sie den Blutzuckerspiegel konstant und sättigen sehr lang.

 

Kleine Schritte zum Erfolg

Wie man schon erkennen kann, ist das Ernährungsthema sehr komplex und lässt sich kaum mit einem einzigen Blogartikel abhandeln. Aber ich freue mich, wenn Du bis hierher gelesen hast und vielleicht den einen oder anderen Impuls für Dich mitgenommen hast. Und bitte verzweifle nicht, wenn Dich das hier erstmal überfordert. Wenn es Dich interessiert, Deine Ernährung dauerhaft umzustellen, mach kleine Schritte und fange an erstmal mit den Dingen an, die Dir am Leichtesten fallen. Und nimm dann Schritt für Schritt neue Gewohnheiten dazu.
Für mich ist diese Form der Ernährung gelebte Selbstliebe weil sie mir einfach uneingeschränkt gut tut.

Schreib mir gern einen Kommentar mit Deinen Impulsen oder Fragen dazu und ich freue mich von Herzen wenn Du den Beitrag weiterempfiehlst, indem Du ihn an Freunde sendest oder ihn bei Facebook, Pinterest oder Instagram teilst.
Ich freue mich, wenn Du mir hilfst, meine Arbeit bekannter zu machen und viele Menschen darüber zu Informieren, dass emotionales Essen nichts mit einem Schwachen Willen zu tun hat.

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Wenn Dir dieser Artikel geholfen hat, hilft Dir vielleicht auch dieser Artikel über Hypnose bei emotionalem Essen oder die Aufzeichnung meines kostenlosen Webinars zum Thema „Ursachen für Emotionales Essen“.

Wenn Du Interesse an einem Coaching hast oder Dich dafür interessierst, deinen Einstieg in die vegane Ernährung zu finden, dann schreibe mir gern. Ich helfe Dir in Einzelsitzungen und Gruppenformaten auf Deinen Weg.

Alles Liebe, Danny

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Eine Antwort

  1. Liebe Danny,

    ich kann das uneingeschränkt bejahen, was du geschrieben hast. Mich zerreisst etwas mein eigenes Bedürfnis und die Bedürfnisse meiner Familie, die ich täglich versorge. Mein Weg ist es jetzt einfach egoistischer zu werden und gut für mich zu sorgen, denn oft ist mein Problem, das ich deren Bedürfnisse befriedige und genau wieder in diese „ach es schmeckt ja so gut auch wenn es nicht gut ist“ verfalle. Ich gehöre übrigens auch zu den Käsejunkies…
    .Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Ernährung und weil ich clean eating super finde, habe ich mir einen Thermomix zugelegt. Neulich habe ich einen Artikel über vegane Ernährung gelesen indem es heisst, dass der Körper viel besser verstoffwechselt, so dass nicht alle Kalorien verwertet werden können…das wollte ich noch mal genauer lesen. Gestern Abend habe ich zum 1. Mal Tofu mariniert, den ich heute noch anbrate und esse.Vielen Dank für diesen tollen Blogbeitrag liebe Danny!
    Ich habe mir vorgenommen authentischer zu sein, mein Essen meinen Werten und Denken anzupassen! Auf gehts!

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